Plötzlicher Herztod – Warnzeichen und Ursachen für den überraschenden Sekundentod

4. September 2023

Wenn das Herz plötzlich stillsteht

Ein plötzlicher Herztod, der auch als Sekundentod bezeichnet wird, kommt überraschend und betrifft längst nicht nur ältere Menschen. Auch junge Sportler sowie Erwachsene können von einem unvermittelten Herzstillstand betroffen sein. Völlig unerwartet kann das Leben innerhalb von wenigen Minuten durch ein Herz-Kreislauf-Versagen beendet werden. Jährlich gibt es allein in Deutschland in etwa 65.000 Todesfälle, die an einer solchen Diagnose sterben – häufig als Folge einer Herzerkrankung. Doch was ist ein plötzlicher Herztod überhaupt?

In der Medizin wird der plötzliche Herztod als unerwartetes Herz-Kreislauf-Versagen mit kardialer Ursache definiert. Das bedeutet, dass das Herz unerwartet die Herzaktivität einstellt. Daraufhin setzt außerdem die Spontanatmung aus. Die Herz-Kreislauf-Störung verursacht eine Bewusstlosigkeit. Durch die fehlende Pumpkraft des Herzens wird kein Blut in die Gefäße, das Hirn und die weiteren Organe abgegeben. Der daraus resultierende Sauerstoffmangel verursacht ein zunehmendes Absterben der Gehirnzellen. Der Patient besitzt zu dieser Zeit keinen tastbaren Puls mehr und zeigt gegebenenfalls geweitete Pupillen. Es besteht ein lebensbedrohlicher Notfall. Wird das Krankheitsbild nicht sofort behandelt, tritt nach kurzer Zeit der Tod des Patienten ein.

Der Begriff Sekundentod wurde durch die Tatsache geprägt, dass der Zustand ohne jegliche Vorwarnung und innerhalb von wenigen Sekunden eintreten kann. Im Gegensatz zu anderen Herzproblemen, die oft mit Anzeichen wie Brustschmerzen oder Atemnot einhergehen, tritt der Sekundentod häufig völlig unerwartet auf und kann binnen weniger Augenblicke bis hin zum Tod führen. Hin und wieder kann es Warnsignale geben, die auf den plötzlichen Herztod hindeuten.

 

Welche Symptome können den plötzlichen Herztod ankündigen?

Völlig normal gesunde Menschen, die ohne einen erkennbaren Grund umfallen, können von einem Sekundentod betroffen sein. Das macht den plötzlichen Herztod besonders tückisch und gefährlich.

Dennoch gibt es Warnsignale, die bei manchen Betroffenen vor einem Sekundentod beobachtet werden können. Dazu gehören die typischen Symptome, die auf eine Herzschädigung hindeuten können:

    • Schmerzen in der Brust mit Druck auf dem Brustkorb
    • Atembeschwerden oder Luftnot
    • Anhaltende Herzrhythmusstörungen
    • Stark erhöhter Blutdruck auch ohne akute Belastung
    • Spontanes Auftreten von Wassereinlagerungen
    • Auftretender Schwindel und/oder drohende Bewusstlosigkeit

Oftmals kann dem spontanen Herztod auch ein Herzinfarkt vorausgehen. Handeln Sie bei derartigen Beschwerden schnell und kontaktieren Sie einen Arzt.

 

Welche Ursachen können für einen plötzlichen Herztod verantwortlich sein?

Häufig liegt dem Sekundentod eine koronare Herzkrankheit (KHK) zugrunde. Aber auch andere Erkrankungen am Herzen wie zum Beispiel eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder strukturelle Fehler wie Herzklappenschäden können zu einem plötzlichen Herzstillstand führen. In seltenen Fällen spielt die Störung des elektrischen Reizleitungssystems eine Rolle. Gemeinsam haben alle Erkrankungen, dass sie zu einer schweren Störung des Herzrhythmus führen und letztendlich einen Herzstillstand verursachen. Die häufigste Ursache für diese Herzrhythmusstörung ist das sogenannte Kammerflimmern, bei dem das innere Reizleitungssystem außer Kontrolle gerät. Die elektrischen Pulse verlaufen unkontrolliert und asynchron. Das Schlagen wird zu einem schnellen Zucken des Herzmuskels, ohne die für den Kreislauf überlebenswichtige Pumpleistung aufrechtzuerhalten.

Auch angeborene Herzfehler können die Ursache für einen späteren akuten Herzstillstand darstellen.

 

Gefährlich, aber nicht aussichtslos? Kann man einen plötzlichen Herztod überleben?

Wie die Bezeichnung bereits sagt, führt der plötzliche Herztod häufig zum Tod des Patienten. Nur ca. 10% der Betroffenen überleben eine solche Diagnose durch schnelle Wiederbelebungsmaßnahmen. Es ist dann die Rede von einem überlebten plötzlichen Herztod. Dabei ist es wichtig, dass bei Bewusstlosigkeit und nach Überprüfung der Atmung und dem Absetzen des Notrufes umgehend die Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen werden. Diese Maßnahme ist erforderlich, bis das Rettungsteam in Begleitung eines Notarztes eintrifft. Wenn möglich ziehen Sie als Ersthelfer eine weitere Person hinzu und lassen Sie in öffentlichen Räumen einen Defibrillator (AED) herbeiholen. Durch einen Defibrillator kann das Kammerflimmern gestoppt und das Herz wieder in den richtigen Takt gebracht werden. Befolgen Sie dazu die verständliche Anleitung durch den Defibrillator.

In den kommenden Jahren besteht dennoch eine erhebliche Gefahr für die Überlebenden, erneut von einem potenziellen Herz-Kreislauf-Stillstand betroffen zu sein. Als präventive Maßnahme wird deshalb in bestimmten Fällen die Implantation eines speziellen Herzschrittmachers sowie individuell auf den Patienten eingestellte Medikamente empfohlen.

 

Risikogruppe: Wer ist gefährdet?

Die Möglichkeit besteht grundsätzlich für jeden – sogar für junge und körperlich fitte Menschen, obwohl dieses Szenario selten auftritt. Bei ihnen liegt die Quelle des plötzlichen Herzstillstands gewöhnlich in einem oft angeborenen Herzfehler oder in einer unbeachtet gebliebenen oder ungenügend ausgeheilten Entzündung des Herzmuskels.

Das primäre Risiko manifestiert sich hingegen – wie bereits angesprochen – bei Patienten, die bereits an Herzrhythmusstörungen oder koronarer Herzkrankheit leiden. Das Risiko besteht selbst dann, wenn die Symptome als vergleichsweise leicht eingestuft werden und bisher noch nicht auf die Ursache untersucht wurden.

Ungefähr vier von zehn Ereignissen des spontanen Herzstillstands betreffen Personen im Altersbereich von 15 bis 65 Jahren. Im Alter von bis zu 40 Jahren schätzen Fachleute die jährliche Zahl der durch unerwarteten Herzstillstand verursachten Todesfälle in Deutschland auf 1.000 bis 2.000. Das Risiko steigt mit zunehmenden Lebensjahren, aufgrund von bestehenden Erkrankungen wie KHK, Bluthochdruck oder Herzschwäche.

Nebenbei bemerkt: Sogar Athleten, die prinzipiell einen gesunden Lebensstil pflegen, könnten von koronarer Herzkrankheit betroffen sein. In solchen Fällen bilden sich über Jahre hinweg Ablagerungen in den Blutgefäßen des Herzens, bis diese allmählich die Gefäße einengen. Durch die gesteigerte Herzfrequenz und den erhöhten Blutdruck während des Trainings könnten Verletzungen an den eingeengten Herzkranzgefäßen auftreten, an denen sich Blutgerinnsel bilden, die die Blutgefäße blockieren. Dies könnte zu einem Herzinfarkt führen, der Kammerflimmern provoziert und letzten Endes den Herztod herbeiführen kann.

 

Prävention – Wie schützen Sie sich vor dem gefährlichen Sekundentod?

Ein plötzlicher Herztod lässt sich vor allem durch eine gesunde Lebensweise und regelmäßige Früherkennungen vorbeugen. Da in der Regel häufig Herzkrankheiten wie KHK als Auslöser für einen Sekundentod gelten, ist es ratsam die Risikofaktoren zu reduzieren, um die Herzkranzgefäße zu schützen. Einem Sekundentod können Sie also bis zu einem gewissen Maß vorbeugen, indem Sie sich vor Herzerkrankungen schützen und geplante Untersuchungen durchführen lassen.

    • Achten Sie darauf, dass Sie sich im Alltag durch körperliche Bewegung und sportliche Aktivitäten ausreichend fit halten.
    • Vermeiden Sie das Rauchen, und falls Sie Raucher sind, setzen Sie sich das Ziel, mit dem Rauchen aufzuhören.
    • Legen Sie Wert auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten ist.
    • Kontrollieren Sie Ihren Alkoholkonsum und halten Sie ihn in Maßen.
    • Streben Sie nach einem gesunden Körpergewicht.
    • Versuchen Sie Stress zu vermeiden oder zu reduzieren. Anhaltender Stress führt zu Bluthochdruck und steigert das Risiko für Herzerkrankungen.
    • Lassen Sie bestehende Krankheiten ausreichend behandeln und kommen Sie zu regelmäßigen Untersuchungen, um mögliche Risikofaktoren zu minimieren

 

Behandlungsmöglichkeiten nach einem überlebten plötzlichen Herztod

Die Therapie beginnt nach einem überlebten Sekundentod bereits im Rettungswagen auf dem Weg in das nächste Krankenhaus. Wie die Behandlung abläuft, ist abhängig von der jeweiligen Grunderkrankung des Patienten. Eine ausreichende Therapie ist die wichtigste Voraussetzung zur Senkung des Risikos eines weiteren Herzstillstandes. Folgende Therapiemöglichkeiten werden dabei häufig angewendet:

    • Kardiale Katheterisierung: Erweitung verengter Herzkranzgefäße durch einen kleinen Ballon, der innerhalb eines Herzschlauchs platziert wird. Daraufhin erfolgt oft die Einpflanzung eines winzigen Stützgeräts (Stent), um die Gefäßstabilität aufrechtzuerhalten und erneute Verengungen zu verhindern.
    • Bypass: Die blockierte Gefäßstelle wird über einen künstlichen Umweg umgeleitet.
    • Gerinnungshemmende Medikamente zur Blutverdünnung.
    • Die Verwendung eines implantierbaren Defibrillators (ICD) dient der Vorbeugung zukünftiger Herzrhythmusstörungen und somit eines unerwarteten Herzstillstands. Dieses kleine Elektroschockgerät wird unter die Haut implantiert. Es detektiert Herzrhythmusstörungen und gibt bei Bedarf automatisch geringe elektrische Impulse ab.

 

Fazit

Der plötzliche Herztod stellt eine bedrohliche und unvorhersehbare Gefahr dar und kann Menschen jeden Alters treffen, selbst Sportler und scheinbar Gesunde. Die Hintergründe reichen von Herzerkrankungen bis hin zu angeborenen Herzfehlern. Trotz der oft geringen Vorwarnung gibt es Anzeichen, die auf einen bevorstehenden Herztod hinweisen könnten. Überlebenschancen sind durch schnelle Wiederbelebung und die Implantation spezieller Geräte erhöht, doch das Risiko bleibt bestehen. Präventive Maßnahmen wie eine gesunde Lebensweise, Früherkennung und professionelle Behandlung können helfen, die Gefahr zu minimieren.

 

Benötigen Sie einen Termin zur Früherkennung?

Besuchen Sie dazu gerne meine Sprechstunde.

Termin vereinbaren

Zurück zur Übersicht