Stent am Herzen

7. April 2022

Herzkatheteruntersuchung & Stentimplantation 

Der sogenannte Stent wird bei Betroffenen im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung platziert. Was das ist und wann ein Stent zum Einsatz kommt, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

 

Was ist ein Stent?

Als Stent wird ein medizinisches Implantat bezeichnet, welches zum Offenhalten der Blutgefäße rund um das Herz dient – den sogenannten Herzkranzgefäßen, damit hier genügend Blut fließen kann. Es handelt sich dabei meist um ein dünnes Drahtgeflecht aus Metall oder Kunstfaser in Röhrchenform. Dieses Geflecht wird als Gefäßstütze in das betroffene Hohlorgan eingeführt und breitet sich in der Gefäßverengung aus oder wird mittels Ballon von innen entfaltet und aufgebläht, sodass die Form nach der Entfernung des Ballons beibehalten werden kann. Man spricht in diesem Fall auch von einem Ballonkatheter oder einer Ballondilatation.

 

Wann wird eine Stentimplantation nötig?

Wie bereits kurz angedeutet, kommt ein Stent dann infrage, wenn ein Gefäß verengt ist oder gar droht sich komplett zu verschließen. Dann muss das Gefäß mithilfe eines Stents entweder erweitert oder dauerhaft offen gehalten werden. Ziel ist es natürlich, dass ausreichend Blut durch die Blutlaufbahn fließen kann und somit genug Sauerstoff an lebenswichtigen Organen ankommt. Die perkutane transluminale coronare Angioplastie (PTCA) wird als ein Verfahren zur Erweiterung verengter Herzkranzgefäße beschrieben. Eine solche Verengung findet oft aufgrund verschiedener Erkrankungen statt:

    • KHK (Koronare Herzkrankheit)
      Bei der KHK entsteht eine Engstelle aufgrund von Ablagerungen (Plaque) oder Verkalkung (Arteriosklerose) innerhalb der Herzkranzgefäße.
    • Angina Pectoris
      Als Folgebeschwerden einer KHK treten oft Brustenge oder Brustschmerzen auf. Diese Symptomatik wird dann als Angina Pectoris bezeichnet.
    • Herzinfarkt
      Infolge eines Herzinfarktes wird meist nach einer Ausweitung mittels Ballon ein Stent eingesetzt, um den Blutfluss innerhalb des betroffenen Gefäßes wiederherzustellen.

Bei solchen koronaren Engstellen oder Koronarstenosen wird dann im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung das Drahtgeflecht eingesetzt. Außerdem ist diese Therapie erforderlich, wenn durch bildgebende Untersuchungsverfahren relevante Durchblutungsstörungen diagnostiziert wurden.

Neben den Koronarstents können diese Implantate auch in andere Blutgefäße oder Hohlorgane gesetzt werden. So ist dies zum Beispiel bei einer peripheren Verschlusskrankheit (pAVK) oder nach einem Schlaganfall möglich. Außerdem kann ein Stent auch bei Verengungen der Luftröhre oder Organwege verwendet werden.

 

Wie verläuft die Implantation eines Stents?

Äußern Sie als Patient Herzbeschwerden, so erfolgen verschiedene Voruntersuchungen, bevor die Maßnahmen eingeleitet werden. Darunter fallen zum Beispiel eine Blutuntersuchung, ein Elektrokardiogramm (EKG), eine Echokardiographie sowie eine Belastungsuntersuchung. Zeigen sich hier Hinweise auf koronare Verengungen kommt die Implantation eines Stents in Frage.

Eine Stentimplantation ist ein kardiologischer Routineeingriff, der unter örtlicher Betäubung aber bei vollem Bewusstsein der Patienten durchgeführt werden kann. Das Einsetzen des Implantates erfolgt im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung und zählt damit zu den minimal-invasiven-Eingriffen – das heißt es werden in diesem Falle keine Schnitte nötig. An dem entsprechenden Katheter-Zugangsbereich wird vor dem Eingriff eine lokale Betäubung gespritzt. Von hier aus wird über einen weichen Draht ein Katheter, also ein Kunststoffschlauch, vorsichtig über eine Arterie im Arm (A. radialis) oder in der Leiste (A. femoralis communis) bis zu dem kranken Blutgefäß geführt. Damit die Platzierung des Stents optimal erfolgen kann, wird ein Kontrastmittel über den Katheter abgegeben. Parallel dazu erfolgt eine Röntgenuntersuchung. So können die verengten Blutbahnen genauestens lokalisiert werden. Die Verengung wird durch einen kleinen Ballon von innen heraus aufgedehnt, wodurch die Verkalkungen und Ablagerungen an die Gefäßwand gedrückt werden, sodass wieder ausreichend Blut durch den Hohlraum fließen kann. Zudem wird der Stent entweder im gleichen Moment oder anschließend eingesetzt. Auf diese Art und Weise wird der aufgedehnte Zustand beibehalten und verhindert einen erneuten Gefäßverschluss. Eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen bleibt gewährleistet und Folgeschäden können damit verhindert werden.

Im Anschluss kann der Katheter wieder entfernt werden und der Zugang verschlossen werden.

 

Welche Arten von Stents gibt es?

In der Kardiologie kommen verschiedene Arten von Stents zum Einsatz. In der Regel wird Metall für den Stent benutzt, jedoch können sich diese dennoch unterscheiden. Je nach Krankheitsbild und körperlichem Zustand kann sich der Stent im Aufbau, in der Form und auch im Material unterscheiden.

Stents aus Metall (Bare-Metal-Stent)

Dieser heutzutage nur noch sehr selten verwendete Stenttyp besteht aus einem dünnen Draht aus Metall.

Beschichtete Stents (Drug-Eluting-Stents)

Neben den normalen unbeschichteten Stents aus Metall gibt es aber mittlerweile auch die Möglichkeit beschichtete Stents einzusetzen, die mit Medikamenten überzogen sind. Es wird kontinuierlich eine gewisse Menge an Wirkstoffen abgegeben und eine erneute Verengung durch Narbengewebe damit verhindert.

Bioresorbierbare Stents

Selbstauflösbare Stents stabilisieren die Koronararterie während des Heilungsprozesses und lösen sich nach etwa zwei Jahren im Körper von selbst auf. Dieses Verfahren unterstützt die Rückkehr der natürlichen Bewegung der betroffenen Arterie.

 

Welche Risiken und Komplikationen können bei einer Stentimplantation auftreten?

Auch bei diesem Routine-Eingriff können leichte Blutungen bzw. Hämatome oder Unverträglichkeiten auf das Kontrastmittel auftreten. Während der Untersuchung kann es einem Wärmegefühl im Rahmen der Kontrastmittelgabe kommen, das nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Zudem können während der Stentimplantation kurz Beschwerden in der Brust wahrgenommen werden.

In den ersten Wochen nach der Stentimplantation können sich in sehr seltenen Fällen Stent-Thrombosen entwickeln. Dabei bilden sich Blutgerinnsel, die zu einer erneuten Blutgefäßverengung im Stent führen können. Im schlimmsten Fall entsteht dadurch ein Herzinfarkt. Um dieses Risiko dennoch zu verhindern, werden den Patienten nach der Stentimplantation gerinnungshemmende Medikamente verschrieben.

Als Ihr behandelnder Arzt kläre ich Sie selbstverständlich im Vorfeld umfangreich über alle Risiken auf und bespreche mit Ihnen Ihre Erkrankungen und Ihr persönliches Risiko.

 

Was gilt es nach der Stentimplantation am Herzen zu beachten?

Nach dem Eingriff werden die Patienten meist über Nacht im Krankenhaus überwacht und am nächsten Tag nach den entsprechenden Untersuchungen, wie Blutuntersuchung und Elektrokardiogramm (EKG), entlassen. Häufig sind die Patienten nach dem Eingriff schnell wieder fit und haben keine Beschwerden. Dennoch werden nach der Implantation gewisse Medikamente über einen längeren Zeitraum nötig sein, um einen erneuten Verschluss Ihrer Gefäße zu verhindern.

Nach einer Stentimplantation sind kardiologische Kontrollen in regelmäßigen, individuell festgelegten Abständen notwendig. Eine erneute invasive Kontrolle mittels Herzkatheter ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.

In manchen Fällen und in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Herzerkrankung (in der Regel nach akuten Herzinfarkten) kann es sein, dass Patienten im Anschluss an die Stentimplantation eine Anschlussheilbehandlung erhalten.

Um das Risiko einer Stent-Thrombose zu verringern, erfolgen die regelmäßigen Kontrollen in der kardiologischen Praxis. Wenn Sie jedoch nach dem Eingriff folgende Beschwerden verspüren, so sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen:

    • Schmerzen im Brustkorb
    • Leistungsabfall auch ohne Belastung
    • Atembeschwerden bis hin zu Atemnot

Mit Hilfe verschiedener Untersuchungsmethoden kann der Zustand Ihrer Herzkranzgefäße dann erneut eingeschätzt werden.

Grundsätzlich gilt allerdings für Menschen mit einem Stent am Herzen, dass ein gesunder und ausgewogener Lebensstil unabdingbar ist. Eine fettarme Ernährung, ausreichend Bewegung und wenig Stress im Alltag sorgen für eine gesunde Lebensweise.

 

Leben mit Stent: Worauf müssen Sie langfristig achten?

Nachdem Sie den Stent eingesetzt bekommen haben und die ersten Nachuntersuchungen erfolgreich verliefen, haben Sie normalerweise keinerlei Einschränkungen. Sie werden durch das Implantat im Alltag nicht beeinträchtigt. Auch MRT-Untersuchungen können Sie damit ohne Bedenken durchführen lassen. Nach einer allgemeinen Schonfrist von wenigen Tagen können Sie als Patient für gewöhnlich Ihre Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen.

 

Verbleibt der Stent im Gefäß oder muss dieser erneuert werden?

Da das Drahtgeflecht fest implantiert wurde und mit der Zeit in das Gewebe der Gefäßwand einwächst muss ein Stent nicht entfernt werden. Gefäßverengungen treten an der gestützten Stelle mit modernen Stents nur noch sehr selten auf. In vereinzelten Fällen kann es passieren, dass der Körper bei der Heilung um den Stent herum zu viel Gewebe produziert. Dann kann es trotz Stent zu Durchblutungsstörungen kommen, die wiederum ein Engegefühl in der Brust oder Atemnot auslösen. Betroffene sollten dann umgehend einen Kardiologen aufsuchen. Gemeinsam wird dann über das weitere Vorgehen entschieden. Verengte Stellen können nach Bedarf jederzeit mittels Ballonkatheter nachgedehnt werden.

Eine Erneuerung des Stents findet also nicht statt, allerdings ist eine Ergänzungsbehandlung durch das Einsetzen eines zweiten Stents in den vorhanden Stent durchaus möglich. Da das Drahtgeflecht sehr dünn ist entstehen hierdurch keine Probleme für den Patienten.

 

Stent oder Bypass – Was ist der Unterschied?

Die Bypass-Operation wird vom Herzchirurgen unter Vollnarkose am offenen Brustkorb durchgeführt. Dabei werden die Verengungen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße durch eine Umleitung überbrückt. Dazu wird körpereigenes Gewebe verwendet. Meist stammen die verwendeten Gefäße aus der Brustwandarterie, der Armarterie oder den Beinvenen. Somit kann die Versorgung mit Blut und Sauerstoff weiterhin über Umwege sichergestellt werden.

Dadurch, dass der Bypass mit einer größeren Operation verbunden ist, dauert auch die Heilungsphase länger an als bei einem minimal-invasiven-Eingriff mit Stent.

Welche Maßnahme für Ihr Beschwerdebild in Frage kommt, muss letztendlich individuell in der Sprechstunde besprochen werden

 

 

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