Ödeme im Körper können aus verschiedenen Gründen entstehen. Sie sind meist Folge einer Grunderkrankung wie z.B. einer Herz- oder Nierenschwäche, Abflussstörungen der Venen oder Lymphe, Eiweißmangel, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Allergien.
Eine Herzschwäche oder Herzinsuffizienz kann nach unterschiedlichen Erkrankungen auftauchen, z.B. nach einem Herzinfarkt, bei einer koronaren Herzerkrankung, Herzklappenfehlern, einer Herzmuskelentzündung, Bluthochdruck oder auch bei Herzrhythmusstörungen.

Ödeme durch Insuffizienz des Herzens

Bei der sog. Linksherzinsuffizienz pumpt die linke Herzkammer nicht ausreichend Blut in den Körper. Da gleichzeitig mehr Blut nachströmt, staut es sich in die Lunge zurück. Dabei steigt der Druck in der Lunge und die „Flüssigkeit“ sammelt sich zunächst in den Gewebespalten rund um die Lunge bzw. zwischen Rippen- und Lungenfell (Pleuraerguß), später in der Lunge selbst. Durch die verringerte Pumpleistung werden zudem die Nieren nicht ausreichend durchblutet, was zu einer verringerten Salz- und Wasserausscheidung führt. Daraus können wiederum Ödeme entstehen.

Bei der Rechtsherzinsuffizienz wird nicht ausreichend Blut in die Lunge gepumpt, so dass es sich in den Körperkreislauf staut. Es entstehen Ödeme – zunächst der Schwerkraft folgend – an den tiefer liegenden Körperpartien wie Füßen und Unterschenkeln. Über den gleichen Mechanismus kann sich auch eine „Stauungsleber“ bilden. Die Folge: Die Leber kann nur noch eingeschränkt arbeiten. Dadurch können sich weitere Wassereinlagerungen, z.B. in der Bauchhöhle, bilden.

Auch andere Erkrankungen können Wassereinlagerungen fördern

Ödeme können auch bei einer Leberzirrhose auftreten. Hierbei kann die kranke Leber nicht mehr genügend Eiweiße bilden, die die Flüssigkeit in den Blutgefäßen halten. Das Blut kann so nicht schnell genug aus der Leber abfließen. Es entsteht ein hoher Druck in der Pfortader, der Flüssigkeit in Körpergewebe oder die Bauchhöhle entweichen lässt.
Eine weitere mögliche Ursache für Ödeme sind Erkrankungen der Venen. Wenn eine Thrombose eine Vene im Becken oder in den Beinen verstopft, staut sich das Blut in Bein und Fuß zurück. Zudem tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen aus, ein Ödem entsteht. Außerdem können auf dem Boden defekter Venenklappen zunächst vorübergehend auftretende, später dauerhaft bleibende Ödeme vorhanden sein.
Auch können Erkrankungen der Nieren Ödeme verursachen. Einige Nierenerkrankungen, wie z.B. die diabetische Nephropathie, machen die Niere durchlässiger für Eiweiße, so dass diese mit dem Urin ausgeschieden werden.
Allergische Reaktionen, z.B. nach einem Insekten- oder Wespenstich, können die Durchlässigkeit von Gefäßwänden erhöhen, so dass Flüssigkeit und Eiweiße in das umliegende Gewebe austreten. Auch auf diese Weise kann ein Ödem entstehen. Auch durch bestimmte Medikamente kann ein Ödem entstehen.

Zwei Lymphödem-Typen

Wenn die Lymphe in ihren Gefäßen nicht ungehindert fließen kann, sammelt sie sich in den betroffenen Körperteilen außerhalb der Lymphgefäße an. Diese Lymphödeme treten meist an Armen oder Beinen auf. Je nach Ursache gibt es zwei Lymphödem-Typen:
Primäre Lymphödeme sind eine angeborene Erkrankung der Lymphgefäße. Entweder bestehen sie bereits bei der Geburt oder entstehen während der ersten 30 Lebensjahre.
Primäre Lymphödeme zeigen sich bei Menschen, die von Geburt an ohne oder mit zu kleinen Lymphgefäßen oder Lymphknoten ausgestattet sind. Sie treten zuerst an den Armen oder Beinen auf und breiten sich dann zum Rumpf hin aus.
Sekundäre Lymphödeme entstehen am häufigsten durch Infektionen (z.B. Wundrose), Tumore oder nach einer Thrombose. Sehr häufig sind Lymphödeme nach einer chirurgischen Entfernung von Lymphknoten (z.B. bei einer Brustkrebsoperation).
Je nach Ursache bedürfen Ödeme einer individuellen Behandlung bspw. durch Kompression, Medikamente oder Anpassung des Lebensstils.

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