Herz-Kreislauf Vorsorge!

22. September 2017
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Die Vorsorge: Ein vernachlässigtes Thema in unserem Gesundheitssystem
In Europa und den USA stellen Herz-Kreislauferkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache dar. Fünf der zehn häufigsten Todesursachen sind Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems: Chronisch-ischämische Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzschwäche, Folgen eines zu hohen Blutdrucks und Schlaganfall.

Durch Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen ist ihr tödlicher Ausgang in den letzten Jahren zurückgegangen. Die Anzahl der Patienten mit Spätfolgen steigt jedoch an. So hinterlassen überlebte Herzinfarkte häufig einen geschädigten Herzmuskel. Dieser kann langfristig zu den Symptomen einer Herzschwäche mit Luftknappheit oder Wassereinlagerungen führen.

Frühzeitiges Erkennen von Herz-Kreislauf-Schwächen durch Prävention
Das rechtzeitige Erkennen eines erhöhten Risikos für diese Erkrankungen ist wichtig  – gerade bei  Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, einer unausgewogenen Ernährung, Übergewicht, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, erhöhten Fettwerten und einer familiären Vorbelastung. Die Leitlinien der europäischen kardiologischen Gesellschaft empfehlen Vorsorgeuntersuchungen bei Männern über 40 Jahren sowie bei Frauen über 50 Jahren bzw. nach der Menopause. Und das selbst, wenn keiner dieser genannten Risikofaktoren vorliegt.

Ein wichtiger Grundpfeiler der Präventions-Medizin liegt in der Erfassung von Herz-Kreislaufrisiken, noch bevor es zum Auftreten von Komplikationen kommt. Dabei wird der Früherkennung von Atherosklerose bzw. Verdickungen der Arterienwände als Ursache von Herzinfarkten und Schlaganfällen eine besonders wichtige Rolle zugeschrieben. Das Abwarten bis zu den ersten Beschwerden ist schon deswegen nicht sinnvoll, da das erste Symptom nicht selten bereits der Tod sein kann (plötzlicher Herztod).

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft kann es bereits innerhalb sehr kurzer Zeiträume zu einer raschen Zunahme der Verengung von Gefäßen wie den Herzkranzgefäßen oder der Hauptschlagadern am Hals kommen.

Schon relativ frühe Gefäßwandveränderungen können aufbrechen, eine sogenannte Plaqueruptur verursachen und in diesem Zusammenhang Gerinnsel verursachen, die Gefäße verschließen. Der Patient bemerkt die frühen Veränderungen meist nicht, erst die Plaqueruptior, also z.B. den Herzinfakrt. Mit modernen diagnostischen Möglichkeiten können derartige Veränderungen bereits im Frühstadium nachgewiesen werden. In Zusammenspiel mit einer ausführlichen Patientenbefragung unter Einbeziehung anerkannter Risikoscores und Laboruntersuchungen wird ein Höchstmaß an medizinischer Qualität und Treffsicherheit gewährleistet. Dabei lautet das Ziel lebensbedrohliche Komplikationen von Herz-Kreislauferkrankungen zu vermeiden, auch durch individuelle Ernährungs- und Fitnessprogramme oder eine vorbeugende Medikamentengabe.

Wann sollten Vorsorge-Untersuchungen für das Herz-Kreislaufsystem, Schlaganfall oder Gefäße erfolgen?

Um Gesundheit und dauerhafte Leistungsfähigkeit in Beruf und Sport zu ermöglichen, wird bei Männern über 40 Jahren sowie bei Frauen über 50 Jahren bzw. nach der Menopause ohne Vorliegen bekannter Herz-Kreislauf-Risikofaktoren eine individuelle Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Auch sollte eine laufende Kontrolle beim Vorliegen privater und beruflicher Dauerstresssituationen sowie jeder Art von Herzbeschwerden durchgeführt werden. Menschen, die die bereits genannten Risikofaktoren aufweisen, sowie Sportler sollten ebenfalls unbedingt eine regelmäßige präventive Untersuchung vornehmen lassen.

Die Lebensweise in unserem Kulturkreis begünstigt bei vielen – auch beschwerdefreien – Menschen bereits in jungen Jahren Gefäßveränderungen mit Fett- oder Kalkeinlagerungen. Ganz entscheidend ist die Früherkennung, um z. B. das Risiko einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu verringern.

Gerne erarbeiten wir in der Praxis Dr. Schineis nach einer ausführlichen Anamneseerhebung individuell auf Sie abgestimmte Vorsorgeuntersuchungen aus unserem breiten Repertoire modernster Untersuchungsmethoden (12-Kanal-EKG, Belastungs-EKG, klassischer Herzultraschall, Ultraschall unter Belastung (Stressechokardiographie), Ultraschalluntersuchung der Gefäße (Hals/Brust/Bauchaorta/Becken/Beine), Lungenfunktionsanalyse, Bestimmung des Knöchel-Arm-Index, Pulswellengeschwindigkeitsbestimmung, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruck, Labordiagnostik usw.).

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